Bipolare Erkrankung

Was ist eine Bipolare Erkrankung?

Die Bipolare Erkrankung ist eine schwere psychische Erkrankung. Charakteristisch für dieses Krankheitsbild ist ein Wechsel von manischen und depressiven Stimmungen, sprich von Hochs und Tiefs. Die Hochs zeichnen sich durch überdurchschnittlich euphorische Gefühle und eine besonders hohe Aktivität aus, die auch durch einen verstärkten Redefluss gekennzeichnet ist sowie Schlafstörungen und Sprunghaftigkeit. In den depressiven Phasen fällt der Patient in ein tiefes Loch und empfindet eine große Traurigkeit und leidet unter einer ausgeprägten Antriebslosigkeit. Teilweise tritt auch eine völlige Gefühlslosigkeit ein. Der Wechsel der Phasen erfolgt episodisch und ist in der Regel unabhängig von unmittelbaren Einflüssen oder den Lebensumständen. Auslöser für die Entstehung der Bipolaren Störung können sowohl eine erbliche Veranlagung sein als auch Traumata oder einschneidende Erlebnisse. Den Ursprung hat die Bipolare Erkrankung in der Hirnregion. Hier kann eine Abnormität verschiedener Botenstoffe wie dem Serotonin nachgewiesen werden. Die Erkrankung tritt zudem überdurchschnittlich häufig bei besonders kreativen Menschen auf. Die Bipolare Erkrankung wird in 3 unterschiedliche Phasen eingeteilt, abhängig von der Häufigkeit des Wechsels der Phasen. 




 

Was sind die Folgen einer Bipolaren Erkrankung? 

Wenn du unter einer Bipolare Erkrankung leidest, dann hat dies meist eine einschneidende Wirkung auf dein unmittelbares Umfeld sowie deine Lebensbewältigung. Wichtig ist zu erkennen, dass es sich hierbei um eine Erkrankung handelt und nicht um ein Persönlichkeitsmerkmal. Vielfach ist aber der Umgang mit der Bipolaren Erkrankung für Mitmenschen schwierig und das Verständnis fehlt. Daraus folgt meist ein Rückzug in ein soziales Abseits – sowohl hinsichtlich des Freundeskreises als auch partnerschaftlich. Auch berufliche Probleme können entstehen. Im schlimmsten Falle kann die Bipolare Erkrankung den Verlust des Arbeitsplatzes mit sich bringen. Die Lebensqualität wird stark eingeschränkt. Auch erhöht die Bipolare Erkrankung Suchtrisiken deutlich sowie die Suizidgefährdung. 




 

Was kannst du tun? 

Es gibt verschiedene Therapieansätze, die auf die Bipolare Erkrankung zugeschnitten sind. Hierzu gehört beispielsweise die Akut-Therapie. Dies bedeutet vor allem ein medikamentöser Eingriff, um die akute Abnormität der Botenstoffproduktion entgegenzuwirken. Es gibt verschiedene Medikamente, die eingesetzt werden können, aber auch nicht-medikamentöse Lösungen. Die Therapie wird solange beibehalten, bis sich die Symptome bessern. Bei der Erhaltungstherapie handelt es sich um eine Anschlusstherapie an die Akut-Therapie. Sie dient der Stabilisation und soll einem direkten Rückfall vorbeugen. Hierhinter verbirgt sich eine Kombination aus Psychotherapie mit einer Medikamentenbeigabe. 

Die Rückfallprophylaxe ist ein langfristiger Therapieansatz. Sie startet, wenn die Stimmungsschwankungen unauffällig werden. Sie ist abhängig davon, wie viele Phasen du durchlebt hast. Solltest du innerhalb von 5 Jahren drei oder mehr Phasen erlebt haben, so wird wahrscheinlich eine dauerhafte Therapie nötig sein. 
Weitere Möglichkeiten, die Bipolare Erkrankung zu behandeln, ist eine Elektrokrampftherapie oder eine Wachtherapie. Bei ersterer wird das Gehirn unter Vollnarkose mit Stromimpulsen traktiert, bis sich ein Krampfanfall einstellt. Diese Maßnahme wird bei einer schweren Bipolare Erkrankung ergriffen. Die Wachtherapie oder auch Schlafentzug wird ebenfalls bei einem schweren Krankheitsverlauf gewählt. Der Dauer des Schlafentzugs kann bis zu 40 Stunden betragen.


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Weitere Tipps und Tricks bei einer Bipolare Erkrankung 

In Phasen der Bipolare Erkrankung ist es wichtig, Zuwendung zu bekommen in Form von Nähe. Das Umfeld sollte viel Geduld aufbringen und verständnisvoll sein. Besonders in der depressiven Phase ist es wichtig, Mut zu zusprechen und über die Gefühle zu sprechen. Dies beugt einem völligen Rückzug vor. Du solltest keine wertenden Aussagen über die Krankheit tätigen, da sich ansonsten nur ein Gefühl des Unverständnisses einstellen würde. Auch Mitleid ist hier fehl am Platz. Es ist wichtig, motivierend zu sein. Bei Schlafstörungen können Entspannungsübungen besonders hilfreich sein oder auch pflanzliche Mittel und Tees. In einer manischen Phase kann es sein, dass plötzlich heftiger Zorn ausbricht. Hier hilft es am besten, das Gespräch zu beenden. In jedem Fall ist es wichtig, immer aufrichtig und ehrlich sein, da dies bei einer Bipolare Erkrankung ein besonders empfindlicher Punkt ist. Zudem ist ein konsequentes Handeln wichtig, um Strukturen einzuleiten, die in der manischen Phase fehlen.

Auch kannst du erste Anzeichen für eine Phase erkennen. Depressionen äußern sich häufig durch ein Morgentief und frühes Erwachen. Vor einer manischen Phase ist ein Schlafmangel gepaart mit großer Energie und Tatendrang festzustellen. Wenn du diese Anzeichen bemerkst, solltest du schnell reagieren. Es kann auch sinnvoll sein, seine Angehörigen mit in die Behandlung einer Bipolare Erkrankung einzubeziehen, damit diese den Umgang professionell erlernen und verstehen.

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