Home / Panikattacke nachts besiegen

Panikattacke nachts besiegen

Panikattacke nachts besiegen: Was tun, wenn dir die Angst den Schlaf raubt?

Jeder Mensch kennt das Gefühl, nach einem schlimmen Alptraum schweißgebadet aufzuwachen. Doch wenn du ohne Vorwarnung aufgrund einer richtigen Panikattacke nachts aus dem Bett geholt wirst, ist das etwas ganz anderes. Im Folgenden erläutern wir die Unterschiede zwischen einer so genannten NPA (nächtliche Panikattacke), nennen die Symptome und bieten Lösungsansätze – immer verbunden mit dem Ziel, endlich wieder ruhig und sicher schlafen zu können. 

Zunächst einmal gibt es in Bezug auf eine Panikattacke nachts eine gute und eine schlechte Nachricht. Letztere zuerst: Statistiken zufolge werden 40 bis 70 Prozent aller Patienten, die unter Angststörungen oder Panikattacken leiden, in ihrem Leben mindestens einmal von einer solchen Situation heimgesucht. Die gute Nachricht allerdings ist, dass die Attacke im Schlaf seltener auftritt als am Tage. Das ist auch gut so, denn die NPA kann einen Menschen trotz der ähnlichen Symptome häufig noch härter treffen. Woran liegt das? Unabhängig vom Krankheitsbild hat vermutlich jeder bereits mit beängstigenden Situationen in der Nacht zu tun gehabt. Ein Alptraum, der einen aus dem Tiefschlaf holt, ein Geräusch, das man sich nicht erklären kann oder einfach nur eine unangenehme Vorahnung, die einen nicht einschlafen lässt: Wenn alles um einen herum dunkel und man darüber hinaus noch alleine ist, reichen die kleinsten Dinge, um aus der Haut zu fahren. Dieses unangenehme Gefühl multipliziert sich bei Menschen, bei denen Angststörungen zum Alltag gehören, um ein Vielfaches.

Ist eine Panikattacke nachts schlimmer als am Tag?

Das Hauptproblem einer Panikattacke nachts ist, dass sie grundsätzlich ohne jegliche Vorwarnung erscheint. Man geht davon aus, dass einen die Attacke während der REM-Schlafphase (Rapid Eye Movement) trifft. Diese ist durch schnelle Augenbewegungen bei geschlossenen Lidern gekennzeichnet. In dieser Situation bist du definitiv nicht mehr dazu in der Lage, klar zu denken und dich auf die Attacke vorzubereiten. Heißt im Klartext: Die Panikattacke nachts löst aus, dass du aufwachst und sie ist nach dem Erwachsen direkt in vollem Gange. Während du am Tage noch Maßnahmen ergreifen kannst, sobald erste Symptome zum Vorschein kommen, bist du der Panikattacke nachts restlos ausgeliefert.

Wie erkenne ich eine Panikattacke nachts?

Wie im vorherigen Abschnitt erläutert, ist es nicht möglich, unmittelbar vor der Panikattacke nachts zu reagieren. Dennoch gibt es natürlich eindeutige Symptome, die dir kurz nach dem Erwachen deutlich machen, womit du es zu tun hast. Großartige Unterschiede zu einer beängstigenden Situation am Tage gibt es nicht, die Symptome sind relativ ähnlich. Das bedeutet, dass du damit rechnen musst, von einer deutlich erhöhten Herzschlagrate heimgesucht zu werden. Atemprobleme bis hin zum Hyperventilieren sind typisch für eine Panikattacke nachts. Mit großer Wahrscheinlichkeit wirst du ein Enge im Brustbereich spüren, abwechselnd schwitzen, frieren und zittern. Eine kleine Differenzierung kann unter Umständen allerdings doch vorgenommen werden: Gehe davon aus, dass du es bei einer Panikattacke nachts mit stärkeren Atemproblemen zu tun bekommst, als du es von vergleichbaren Momenten tagsüber gewohnt bist. Schweres und extrem schnelles Atmen ist hierbei leider keine Seltenheit.

Panikattacke nachts ist nicht gleich Nachtschreck!
Es ist daher umso wichtiger, dass du dich im Vorfeld auf deine erste Panikattacke nachts so gut wie möglich vorbereitest, da sich dich vermutlich irgendwann erreichen wird. Je besser du darüber Bescheid weißt, desto weniger panisch wirst du im Fall der Fälle reagieren. Auch nachts kann die Angst vor der Angst das größere Problem darstellen, da du eben nicht weißt, was genau auf dich zukommt. Lese dir im Folgenden auch unbedingt unsere Lösungsansätze durch, die dir sowohl in der Situation selbst als auch präventiv helfen werden. Um Verwechslungen oder Missverständnissen vorzubeugen, solltest du den Unterschied zwischen einer Panikattacke nachts und einem Nachtschreck kennen. Letzterer ist in der Fachsprache unter dem Begriff Pavor Nocturnus bekannt, äußert sich jedoch anders als die NPA. Ein Nachtschreck tritt häufig in Kombination mit Schlafwandeln auf und geht mit einer erheblichen körperlichen Aktivität einher. Treten, Schlagen, ja sogar Schreien sind typisch für diese Parasomnie, die aber nichts mit einer Panikattacke nachts zu tun hat und dementsprechend auch anders behandelt werden muss.

Welche Ursachen hat eine Panikattacke nachts?

Solltest du auf diesen Artikel gestoßen sein, weil du unter Alpträumen leidest, grundsätzlich schlecht einschläfst oder einfach nur Angst vor dem Dunkeln hast, bist du mit ziemlicher Sicherheit kein NPA-Patient. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, eine Panikattacke nachts zu bekommen, wenn du im alltäglichen Leben nicht unter Angststörungen leidest. Häufig trifft es Angst-Patienten, bei denen sich Atemprobleme als stärkstes Symptom herauskristallisiert haben. Dennoch fragen sich viele, warum es dazu kommt, dass eine Panikattacke nachts auftritt. Welche Ursachen liegen diesem Krankheitsbild zugrunde? Die Beantwortung dieser Frage fällt nicht ganz so leicht, doch festzuhalten ist, dass gewisse gesundheitliche Schwierigkeiten oder Vorerkrankungen mit einer NPA einhergehen.

Von Hyperventilation bis Sodbrennen: So vielfältig sind die Auslöser!
In erster Linie werden häufig Personen heimgesucht, die eine Hyperventilationsstörung entwickelt haben. Zwar sind viele Patienten dazu in der Lage, im entspannten Zustand beziehungsweise im Schlaf normal zu atmen. Doch bei massiven Atemproblemen ist es wahrscheinlich, dass der Patient auch im Tiefschlaf hyperventiliert. Das mag zwar kein alleiniger Auslöser einer Panikattacke nachts sein, jedoch kann es das Ausbrechen einer solchen befeuern. Ähnliches gilt für eine Krankheit namens GERD (Gastroösophageale Refluxkrankheit), die den meisten als Sodbrennen besser bekannt sein dürfte. Wer darunter leidet, kann es ebenfalls mit Atemproblemen, Schweißausbrüchen oder Brustschmerzen zu tun bekommen. Diese Symptome münden nicht selten in eine Panikattacke nachts.

Warum die Symptome einer Panikattacke an einen Herzanfall erinnern!
An dieser Stelle wollen wir auch das obstruktive Schlafapnoesyndrom nicht außen vor lassen, da es immer dann in Erscheinung tritt, wenn die oberen Atemwege blockiert werden. Dazu kommt es vor allem in der Nacht. Bestimmt hast du schon einmal davon gehört, dass Patienten mit einer Panikattacke zunächst hinsichtlich eines möglichen Herzanfalls untersucht werden? Möglicherweise kennst du diese Situation aus eigener Erfahrung. Die Symptome eines obstruktiven Schlafapnoesyndroms ähneln einem Herzinfarkt relativ stark. Ausgelöst werden diese durch überschüssiges Gewebe (oder auch Fett) in der Halsregion. Es entsteht vor allem in der Nacht ein extremer Druck auf die Atemwege, der irgendwann ernste Folgen haben kann. Erstaunlich: Normalerweise kann man bei obstruktiver Schlafapnoe aufwachen und unmittelbar danach wieder einschlafen. Bei Menschen mit Angststörungen verhält es sich in der Regel anders, da eine Kurzatmigkeit und Enge im Brustbereich einhergeht. Diese Beeinträchtigungen können im nächsten Schritt in eine Panikattacke nachts münden.

5 Wege der Reaktion: Panikattacke nachts in den Griff bekommen!

Wenn dich eine Panikattacke nachts aus dem Schlaf holt, besteht dringender Handlungsbedarf. Diese 5 Tipps helfen dir dabei, das Problem in dem Moment in den Griff zu bekommen.

1. Auf die Atmung konzentrieren
Es ist wichtig, dass du spürst, wie sich deine Herzschlagrate wieder verlangsamt. Versuche also im Ernstfall unbedingt, dich auf deine Atmung zu konzentrieren. Vor allem gilt: Mache alles bewusst! Das heißt, dass du ganz tief durch die Nase einatmen und langsam wieder durch den Bauch ausatmen musst. Langsam wird sich die Panikattacke so wieder verabschieden.

2. Tagebucheinträge machen
Es mag im ersten Moment eine Überwindung sein, die schlimmen Momente auch noch zu Papier zu bringen, aber langfristig wird es sich auszahlen. Es lenkt ab, die Ängste und Auslöser aufzuschreiben und sie sich während der nächsten Panikattacke nachts wieder hervorzuholen. Schließlich erkennt man dann, dass das Leben auch beim letzten Mal im Anschluss weiterging.

3. Licht an und nicht verkriechen
Der erste Impuls bei einer Panikattacke nachts wird sein, dass du dich vermutlich unter deiner Bettdecke verstecken willst. Doch dieses Verhalten ist eher kontraproduktiv. Da du vermutlich nicht gleich wieder einschlafen kannst, mache das Licht an. Ansonsten kommt noch der Frust darüber hinzu, dass du dich im Bett hin- und herwindest.

4. Selbstgespräche führen
Auch wenn dich andere Menschen für verrückt erklären sollten: Selbstgespräche können ein Schlüssel sein, um die Panikattacke nachts unter Kontrolle zu bringen. Wenn du redest, reguliert sich deine Atmung von ganz alleine. Zudem hörst du in dem Moment auf zu hyperventilieren. Erzähle dir einfach etwas Schönes, das dich deine Sorgen vergessen lässt.

5. Für Entspannung sorgen
Das Gute liegt manchmal so nah: So ist es auch im Falle einer Attacke. Gönne dir Dinge, die dir in einem solchen Notfall gut tun. Lasse dir entweder ein heißes Bad einlaufen oder zünde eine wohl riechende Duftkerze an! Vielen Patienten tut auch die beruhigende Wirkung eines Kräutertees oder die Wärme eines Körnerkissens gut.

5 Wege der Prävention: Panikattacke nachts verhindern!
Besser agieren als reagieren! Frei nach diesem Motto stellen wir dir im Folgenden 5 Lösungsansätze vor, mit denen du langfristig und nachhaltig die Panikattacke nachts verhindern kannst. Medikamente lassen wir bewusst außen vor, weil über die Behandlung nur dein Arzt entscheiden kann.

1. Ausgewogene Ernährung
Dass man mit vollem Magen schlecht schläft, ist keine neue Erkenntniss. Jeder hat Schlafprobleme, wenn er sich kurz vor dem ins Bett gehen noch einen fettigen Burger gegönnt hat. Achte unbedingt auf eine ausgewogene Ernährung. Regelmäßige, kleine Snacks und gesunde Speisen sind besser, als wenn man einmal am Tag vor lauter Heißhunger den Kühlschrank leert.

2. Sport treiben
Sich sportlich zu betätigen, ist immer ein probates Mittel, um einer Panikattacke nachts im Vorfeld den Garaus zu machen. Unter Sport fallen übrigens auch ausgiebige Spaziergänge – es geht also vielmehr um die Bewegung, die deinem Kreislauf gut tut. Wenn du erst einmal deinen inneren Schweinehund überwunden hast, wirst du letztendlich belohnt. Bewegung (im Optimalfall sogar an der frischen Luft) macht müde und ermöglicht dir am Abend einen schnellen, angenehmen Tiefschlaf.

3. Abnehmen!
Zugegeben: Es ist leichter gesagt, als getan! Dennoch gibt es kaum etwas Effizienteres, als mit Abnehmen die Panikattacke nachts dauerhaft aus dem Schlafzimmer zu vertreiben. Vor allem wenn das obstruktive Schlafapnoesyndrom bei dir ein Auslöser ist, sollte das überschüssige Fett und Gewebe dringend abgebaut werden. Lasse dich hierzu bitte auch von deinem Arzt beraten!

4. Atemübungen & Yoga
Dieser Tipp knüpft an Punkt 1 des Kapitels „5 Wege der Reaktion“ an – wobei Prävention natürlich immer nachhaltiger ist. Bevor du dich also nachts auf deine Atmung konzentrieren musst, versuche zunächst tagsüber deine Atmung zu kontrollieren. Dadurch lässt das Hyperventilieren nachts nach. Unterstützend solltest du beispielsweise Yoga- oder Meditationsübungen durchführen.

5. Haustier anschaffen
Der Hund ist bekanntlich der beste Freund des Menschen, doch eigentlich gilt dieses Gesetz ja für jedes Haustier. Ob Hund oder Katze: Die meisten Tiere spüren, wenn es dir nicht gut geht. Kuschel dich an sie heran und du wirst beruhigter einschlafen, weil du fühlst, dass du nicht alleine bist.

Hier finden Sie mehr Informationen über PanikstörungAngstzustände, Panik

15 Kostenlose Tipps

Zur Überwindung von Panikattacken und Angststörungen

schon 5687 Downloads

Wir geben Ihre Daten nicht weiter