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Angst vor Nähe

Angst vor Nähe: Wie du endlich wieder eine glückliche Beziehung führen kannst!

Angst vor Nähe

Vertrauen spüren, Nähe zulassen und Beziehungen eingehen: Dies sind die Grundbedürfnisse eines jeden Menschen. Und dennoch ist nicht jeder dazu in der Lage, nach diesen Bedürfnissen zu leben. Dahinter steckt häufig die Angst vor Nähe, die oftmals diffus und schwer greifbar erscheint. Menschen, die unter Bindungsangst leiden, ziehen sich häufig zurück, wechseln ständig die Partner oder suchen nach Vorwänden, um den Schein zu wahren. Wenn es dir genauso geht, dann lasse dir eines gesagt sein: Es gibt einen Weg, die Angst vor Nähe zu besiegen. Im Folgenden informieren wir dich umfassend über dieses Krankheitsbild, nennen Ursachen sowie Symptome und geben dir Lösungsansätze an die Hand, mit denen du in ein neues Leben starten kannst.

Jeder kennt diese Situation: Dein Herz klopft, du hast Schwierigkeiten, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen, die Atmung wird immer flacher und du spürst so ein merkwürdiges Grummeln im Bauch? Richtig, du bist verliebt! Oder etwa doch nicht? Kann es sein, dass du die Gefühle vielleicht einfach nur falsch gedeutet hast? Tatsächlich unterscheiden sich die körperlichen Symptome einer schwer verliebten Person kaum von denen eines Menschen, der unter Angst vor Nähe leidet. Natürlich werden wir die Anzeichen der Angst vor Nähe im weiteren Verlauf dieses Artikels noch genauer unter die Lupe nehmen. Dennoch macht dieser Vergleich direkt deutlich, wie schwer die Angst vor Nähe häufig zu diagnostizieren, geschweige denn, zu erkennen ist.

Was ist Angst vor Nähe, wo fängt sie an, wo hört sie auf?

Bevor wir uns also den Ursachen, Symptomen und Lösungen rund um das Thema Angst vor Nähe widmen wollen, gehen wir erst einmal der Frage nach, was Angst vor Nähe überhaupt ist. Wo fängt sie an und wo hört sie auf? Auch wenn der Begriff „Bindungsangst“ häufig für die Angst vor Nähe verwendet wird, trifft es nicht immer ganz zu. Denn zu letzterer speziellen Form der Angststörung können im extremsten Fall auch Berührungen zählen, die manche Menschen nicht zulassen. Von einem leichten Schulterklopfer über den Handschlag bis hin zu innigen Umarmungen: Die Angst vor Nähe hat viele Gesichter. Die Ursachen hierfür sind jedoch im Wesentlichen identisch. Geht es um Beziehungen, gelingt es vielen Menschen über einen langen Zeitraum, diese Angststörung geheim zu halten – und zwar indem sie zum Beispiel Ausflüchte suchen. Instinktiv tun sie alles, um nicht aufzufliegen, denn tief im Inneren ist eine feste Beziehung für sie gleichbedeutend mit einer großen Gefahr. Die Angst vor der Ablehnung des Schwarms oder die Panik vor dem Verlust des Partners führt in der Regel dazu, dass man sich eine Scheinwelt aufbaut.

 

Von Versagensängsten bis hin zum Kontrollverlust: Die Auslöser der Angst vor Nähe!

Außenstehende kommen der Angst vor Nähe nur selten auf die Spur, da Sprüche à la „Die besten Männer/Frauen sind doch längst vergeben“, „Ich kann auch alleine glücklich sein“ oder „Mein Traummann/meine Traumfrau muss erst noch geboren werden“ oft als Typfrage abgetan werden. Dass häufig viel mehr dahinter steckt, erkennen nur die wenigsten. Hinter der Angst vor Nähe als solche verbergen sich eine Reihe von weiteren Angststörungen, die letztlich zusammenspielen. Hierbei spielen Versagensängste ebenso eine Rolle wie die Befürchtung, vom Partner abgelehnt zu werden. Andere wiederum wollen nicht bevormundet werden, scheuen sich vor zu viel Verantwortung oder befürchten, ausgenutzt zu werden. Zudem führt die Sorge vor einem Kontrollverlust nicht selten dazu, dass Menschen auf Distanz gehen, obwohl sie sich eigentlich nach einer liebevollen Beziehung sehnen. All diese auf den ersten Blick diffusen Ängste sorgen letztendlich dafür, dass ein Mensch mit einer diagnostizierten Angst vor Nähe nicht in der Lage dazu ist, eine langfristige, vertrauensvolle Partnerschaft einzugehen. Die Ursachen sind allerdings viel tiefer verwurzelt und liegen im Normalfall viele Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, zurück.

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Die 5 häufigsten Ursachen für Angst vor Nähe

Wie bei jeder Form von Angststörung oder Panikattacke gilt: Sie kommt nicht von ungefähr. Es gibt eine Reihe von Ursachen oder auch Auslösern, die dafür verantwortlich sind, dass die Angst vor Nähe dein Handeln lenkt. Diese zu kennen, ist entscheidend, um sich davon zu befreien. Leider handelt es sich bei der Angst vor Nähe häufig um so schwerwiegende Ursachen, dass man diese verdrängt hat oder dass man alles dafür tut, sich nie wieder daran zu erinnern. Doch leider gibt es häufig keinen anderen Weg, als sich mit diesen Erinnerungen zu befassen. Im Prinzip ist genau diese Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit der erste Lösungsansatz. Daher nennen wir dir hier die 5 häufigsten Ursachen für die Angst vor Nähe.

1. Extreme in der Kindererziehung

Die Angst vor Nähe ist häufig auf die Kindheit zurückzuführen. Du solltest wissen, dass sich das Urvertrauen eines jeden Menschen in den ersten beiden Lebensjahren entwickelt. In dieser Phase kann sich bereits entscheiden, ob ein Kind später mit einer Beziehungsangst konfrontiert wird. Das klingt im ersten Moment vielleicht überzogen, doch bei genauerem Hinsehen wird deutlich, was hiermit gemeint ist. Wird ein Kind von den eigenen Eltern beispielsweise vernachlässigt oder gar zurückgewiesen, kann dies irgendwann dazu führen, dass die Verlustangst extreme Züge annimmt. In jungen Jahren kommt es häufig zu Momenten, in denen die Angst übermächtig erscheint. Es fehlt der Behüter, das Urvertrauen wurde missbraucht. Fakt ist: Wer bereits in Kinderjahren zu wenig Nähe erfährt, wird als Heranwachsender kaum in der Lage dazu sein, ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln – die Folge: Angst vor Nähe. Das andere Extrem richtet sich an die Über-Mütter bzw. Über-Väter, die ihr Kind verhätscheln und damit ebenfalls zu einer gestörten Eltern-Kind-Beziehung beitragen. Wie soll der Sohn oder die Tochter eigene Erfahrungen sammeln, wenn einem das Elternteil alles abnimmt?

2. Verlust der Eltern

Oft werden Jugendliche von der Gesellschaft belächelt, wenn sie immer noch unter der Trennung ihrer Eltern leiden – zu Unrecht. Denn wenn Kinder bereits in frühen Jahren die ständigen Streitereien ihrer Bezugspersonen hautnah miterleben müssen, kann dies langfristige seelische Probleme nach sich ziehen. In diesem Fall verankert sich im Unterbewusstsein, dass man besser keine innige Beziehung eingehen sollte, um Streit und Tränen aus dem Weg zu gehen. Ebenso schlimm verhält es sich, wenn ein Elternteil das Zeitliche segnet. Der Schmerz ist eine Warnung an das eigene Ich, verbunden mit der Erkenntnis, dass das Leben des geliebten Menschen endlich ist. Die Logik dahinter: Wenn man keine zu tiefen Gefühle zulässt, leidet man weniger, sollte ein Mensch aus dem Leben scheiden.

3. Missbrauch

Hier spielt es kaum eine Rolle, ob der Missbrauch in der Kindheit oder deutlich später passiert ist. Wird ein Mensch einmal missbraucht oder vergewaltigt, leidet das Urvertrauen dermaßen, dass eine emotionale Bindung kaum noch möglich erscheint und Angst vor Nähe kaum vermeidbar ist. Die seelischen Qualen, die ein Mensch zu erleiden hat, sind zu erheblich. Es dauert Jahre oder Jahrzehnte, bis ein Missbrauchsopfer überhaupt in der Lage ist, Berührungen oder Zuneigung zuzulassen.

4. Trennung in jungen Jahren

Ja, auch eine Trennung kann weitreichende Folgen mit sich bringen und zu Angst vor Nähe führen – vor allem in jungen Jahren. Wenn ein Jugendlicher verlassen wird, kann dies das Selbstbewusstsein drastisch schwächen. Vor allem in der Pubertät nimmt man viele Dinge persönlicher und entwickelt eine Scham, wenn man einmal zurückgewiesen wurde.

5. Mangelndes Selbstbewusstsein

Es muss nicht immer eine Trennung für ein mangelndes Selbstbewusstsein verantwortlich sein. Es gibt viele Gründe, die dazu führen, dass man ein negatives Bild von sich selbst entwickelt. Viele Menschen, die Angst vor Nähe haben, können sich nicht vorstellen, liebenswert zu sein. Dieses Gefühl projizieren sie nicht selten auf den Partner und wirken unausstehlich, ohne es sein zu wollen. Die Angst sich zu blamieren oder eine verfälschte Selbsteinschätzung (u. a. bei unter Magersucht leidenden Personen erkennbar) können letztendlich in eine Angst vor Nähe münden.

Anzeichen und Symptome für Angst vor Nähe

Wie bereits erwähnt, erinnern die Symptome im ersten Moment an die „Beschwerden“ eines Menschen, der sich gerade erst frisch verliebt hat. Allerdings besteht hierbei keine wirklich reelle Verwechslungsgefahr. Denn wenn du dich in jemanden verliebt hast, wird sich unter die Angst ein wesentlicher Bestandteil Vorfreude mischen. Die berühmten Schmetterlinge im Bauch sind unverkennbar und haben nichts mit der beklemmenden Angst vor Nähe zu tun, unter der du vermutlich leidest.

Im Vergleich zu anderen Krankheiten ist es schwierig, in Bezug auf die Angst vor Nähe eine Selbstdiagnose zu stellen, da man die Anzeichen gar nicht wahrhaben möchte (Stichwort: Verdrängung schlimmer Kindheitstraumata). Bekannte oder Verwandte hingegen können die Symptome durchaus deuten, wenn sie Eins und Eins zusammenzählen. Auf dieser Seite wollen wir dir aber vor allem Erkenntnisse und Lösungsansätze mit auf den Weg geben. Daher ignoriere die folgenden Anzeichen auf keinen Fall, schließlich könnten sie darauf schließen, dass die Angst vor Nähe längst in deinen Alltag Einzug genommen haben. Häufig suchen sich Personen mit Beziehungsangst unerreichbare Partner aus, die entweder am anderen Ende der Welt leben oder seit Jahren glücklich verheiratet sind. Solltest du ständig den Partner wechseln, kann dies ebenso mit einer Angst vor Nähe zusammenhängen – erst recht, wenn du dich für jemanden entscheiden solltest, der dich eigentlich überhaupt nicht interessiert. Wiederum andere provozieren das Ende einer Beziehung, indem sie ohne Grund Streitigkeiten heraufbeschwören oder unerfüllbare Forderungen an den Partner stellen. Hier werden die eigenen Ängste sozusagen auf die andere Person projiziert. Ein Indiz für Angst vor Nähe ist – so paradox es auch klingen mag –, wenn man sich nach dem Ende einer Beziehung sofort in die nächste stürzt. Auch eine Prioritätenverschiebung kann als Symptom einer Bindungsangst gewertet werden. Wer die Hobbys auf Dauer über die Beziehung stellt, ist letztlich auf der Flucht vor zu viel Harmonie und Enge.

Lösungsansätze: Nie wieder Angst vor Nähe!

In der Regel wird Personen, die unter Angst vor Nähe leiden, geraten, sich in eine Therapie zu begeben. Für die einen mag dies genau der richtige Schritt, für die anderen wiederum kontraproduktiv sein. Warum? Weil der Druck in manchen Fällen zunehmen kann, wenn man das Gefühl hat, an einer Krankheit zu leiden, die geheilt werden muss. Viel wichtiger ist es, zunächst mit dem Partner oder – falls nicht vorhanden – mit den Freunden über die Sorgen zu sprechen. Ohne das Wort „Konfrontationstherapie“ in den Mund nehmen zu wollen, kann es hilfreich sein, zu erkennen, dass der Partner einem diesen „Makel“ eben nicht übel nimmt. Auch wenn du Angst vor Nähe hast, heißt das nicht, dass du kein liebenswerter Mensch bist. Je offener du deine Sorgen kommunizierst, desto mehr wirst du spüren, dass Vertrauen möglich ist und das dein Gegenüber vielleicht ebenfalls gewisse Ängste in sich spürt – unter Umständen eben nur nicht so ausgeprägt, wie es bei dir der Fall ist.

Therapie oder nicht? Das ist hier die Frage!

Allerdings wollen wir dir an dieser Stelle natürlich nicht von einer Therapie abraten, wenn du mit Angst vor Nähe zu kämpfen hast. Jeder Mensch ist anders, jeder hat eine andere Vorgeschichte und jeder befindet sich in einer anderen Situation. Sprich also unbedingt mit deinem Arzt über deine Angst vor Nähe und über deine aktuelle Lebenssituation, aus der ein Fachmann viele Rückschlüsse ziehen kann. Bist du bereits in einer Beziehung und merkst, dass du nicht weiter kommst, wäre es sinnvoll, sich gemeinsam einer Therapie zu unterziehen. Beide müssen jedoch voll dahinterstehen, um nachhaltige Lösungen finden zu können. Eine frühkindliche Angst vor Nähe kann tatsächlich in der Regel nur therapeutisch besiegt werden. Entscheidend ist, dass man sich seiner eigenen Ängste bewusst wird und sich dazu entscheidet, offensiv dagegen anzugehen – so schwer das auch sein mag.

Hier finden Sie mehr über Panik, Angstzustände, Panikattacken

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