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Angst vor dem Tod

Verstehen und akzeptieren: Mit der Angst vor dem Tod leben können!
Verstehen und akzeptieren: Mit der Angst vor dem Tod leben können!

Der Tod ist ein Teil unseres Lebens! Diesen Satz wirst du sicherlich bereits häufig gehört haben. Und auch wenn du dir rein rational über die Richtigkeit dieser Aussage im Klaren bist, so fällt es dir dennoch schwer, es zu akzeptieren. Du hast Angst vor dem Tod! Wir wollen uns in diesem Artikel mit den unterschiedlichen Formen der Angst vor dem Tod auseinandersetzen und ergründen, woher die Thanatophobie überhaupt stammt. Das Ziel muss es sein, sowohl die Angst vor dem Tod als auch das Sterben selbst zu akzeptieren und Wege zu finden, damit so gut wie möglich zu leben. Unsere Lösungsansätze sollen dir dabei helfen, die Angst vor dem Tod in den Griff zu bekommen.

Zunächst einmal wollen wir dich beruhigen, indem wir dir mit auf den Weg geben, dass vermutlich jeder Mensch eine Angst vor dem Tod in sich trägt. Es ist nichts Ungewöhnliches, sich vor etwas zu fürchten, das wir nicht kennen und das nun einmal endgültig ist. Seit Jahrtausenden versucht die Weltbevölkerung zu ergründen, was nach dem Tod kommen könnte. Unter Einbeziehung der Religionen gibt es hierzu unterschiedliche Ansätze, die natürlich allesamt größtenteils Spekulation sind. Dies ist allerdings ein ganz anderes Thema und doch zeigt es, welch große Bedeutung das Sterben und demzufolge auch die Angst vor dem Tod hat. Allerdings äußert sich diese von Mensch zu Mensch anders. Wenn du „Respekt“ vor dem Moment des Sterbens und des Unbekannten hast, dann brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Bestimmt deine Angst vor dem Tod jedoch dein Leben oder schränkt es ein, solltest du etwas unternehmen. Auch wenn es wie eine Phrase klingen mag: Das Leben ist zu kurz, um sich täglich mit dem Tod zu beschäftigen. Letzterer kommt schließlich von ganz alleine, so viel ist sicher. Wir sollten also die Zeit auf Erden voll auskosten und nicht von der Angst vor dem Tod leiten lassen. Letztendlich haben wir nur dieses eine Leben!

Die Angst vor dem Tod als Wurzel aller Ängste

All diese typischen Sätze mögen logisch klingen, sind aus Sicht vieler Thanatophobie-Patienten jedoch leichter gesagt als getan. Grundsätzlich ist die Angst vor dem Tod mit am schwierigsten zu therapieren, weil der Tod nun einmal unvermeidlich ist. Wer sich davor fürchtet, muss also lernen oder beigebracht bekommen, damit umgehen zu können. Gemeinhin wird die Angst vor dem Tod auch als Wurzel aller Ängste beschrieben. Wie du vielleicht schon bemerkt hast, stehen nämlich sogar Panikattacken oder andere Angststörungen in enger Verbindung mit der Angst vor dem Tod. Von Panik-Patienten hört man häufig folgende Sätze: „Meinen Liebsten wird etwas Schreckliches passieren“ oder „Ich werde sterben!“ Statistiken zufolge wird die Angst vor dem Tod bei etwa 99 Prozent aller Phobien beziehungsweise Angststörungen aufgeführt. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass ein „gesunder“ Umgang mit der Angst vor dem Tod Panikattacken abschwächen, ja vielleicht sogar verhindern könnte. Natürlich gibt es, wie bei allen Angststörungen, verschiedene Formen der Angst vor dem Tod. Im Wesentlichen unterscheiden wir zwischen zwei Varianten, die entweder solo oder kombiniert auftreten können. Während die einen den Moment des Sterbens (also den Prozess als solchen) fürchten, können sich die anderen nicht mit dem Zustand des „tot seins“ arrangieren.

Warum haben wir eigentlich Angst vor dem Tod?

Zur Beantwortung dieser wichtigen Fragen ist es notwendig, ein bisschen weiter auszuholen. Im Umgang mit dem Tod hat sich über die Jahrzehnte nämlich einiges verändert. Heutzutage ist das Sterben weitestgehend aus der Gesellschaft verschwunden, da es in der Regel hinter verschlossenen Türen in Krankenhäusern stattfindet. Früher war das anders: Die Menschen haben ihre Angehörigen häufig in den eigenen vier Wänden gepflegt. Es war sogar üblich, die Verstorbenen bis zur Beerdigung im eigenen Haus zu behalten. Aus heutiger Sicht ist dies nahezu unvorstellbar und für viele sicher auch beängstigend. Andererseits führte diese Form des Abschiednehmens dazu, dass die Angst vor dem Tod im Keim erstickt werden konnte. Man musste sich mit dem Thema befassen und lernte damit umzugehen. Der Tod war nicht fremd, sondern gehörte zum Alltag, ja zum Leben dazu. Überspitzt ausgedrückt lernen wir heute nicht mehr, dass das Sterben ein Teil unserer Zeit auf Erden ist, wir schließen den Tod aus. Diese Herangehensweise verstärkt die Angst vor dem Tod.

Was passiert nach dem Tod? Eine Frage, viele Antworten!

Letztlich ist die Angst vor dem Tod so etwas wie das Gesamtbild vieler kleinerer Ängste und Sorgen. Letztere sind weder untypisch noch krankhaft, solange sie einem im gesunden Maße im Kopf herumschwirren. Normalerweise gelingt es uns, die Angst vor dem Tod größtenteils zu verdrängen. Dies ist eine natürliche Reaktion, da wir andernfalls nicht dazu in der Lage wären, im alltäglichen Leben Glück und Freude zu empfinden. Wer jedoch unter einer akuten Angst vor dem Tod leidet, kann diese Gedanken eben nicht so einfach ablegen. Die Ursachen sind vielschichtig und können sowohl einzeln als auch gesammelt auftreten. Bei vielen Menschen tritt eine Mischung aus der Angst vor der Endlichkeit des Lebens und des Unbekannten in den Vordergrund. Jeder stellt sich vermutlich die Frage, was nach dem Tod passiert. Da wir dies nicht wissen können, gibt es im Prinzip drei Möglichkeiten. Erstens: Du findest dich damit ab und lässt es auf dich zukommen, ohne dieser Thematik zu viel Bedeutung beizumessen. Zweitens: Du igelst dich ein und quälst dich Tag und Nacht mit düsteren Gedanken. Und drittens: Du suchst im Glauben beziehungsweise in der Religion nach Antworten. Was dem einen eine große Hilfe sein mag, die Angst vor dem Tod zu kontrollieren, geht bei dem anderen unter Umständen in eine falsche Richtung. Wer jede kleine Abweichung vom „richtigen Weg“ oder jede „Sünde“ als Schritt in Richtung Hölle bewertet, gerät in einen Teufelskreis, der das Leben zur Qual machen kann. Unabhängig vom Glauben sind vor allem diejenigen gefährdet, an der Angst vor dem Tod zu leiden, die überaus wissbegierig sind und grundsätzlich alles hinterfragen. Das Problem ist jedoch, dass es auf die Frage „Was passiert nach dem Tod“ keine eindeutige Antwort geben kann. Diese Ungewissheit kann zu einer Thanatophobie führen.

Bin ich Hypochonder, weil ich Angst vor dem Tod habe?

Die Angst vor dem Tod beruht nicht nur auf der Sorge vor dem Unbekannten, sondern steht zudem im engen Zusammenhang mit dem Kontrollverlust. Der Mensch ist nicht nur neugierig und möchte Zeit seines Lebens so viele Informationen wie möglich in sich aufsaugen, sondern will auch immer die Kontrolle wahren. Allerdings lässt sich der Zeitpunkt oder die Art des Todes nicht kontrollieren. Dies ist eines der größten Probleme und führt häufig zu einer Angst vor dem Tod. Neigst du dazu, trotz nicht vorhandener Beschwerden den Arzt aufzusuchen und wiederholt Gesundheitschecks durchzuführen? In diesem Fall kann es sein, dass du dich vor einem Kontrollverlust fürchtest oder sogar ein Hypochonder bist. Die Angst vor dem Tod kann tatsächlich dazu führen, dass du hypochondrische Züge entwickelst. Selbst wenn du deinem Arzt vertraust und er dir versichert, dass du kerngesund bist, wirst du dich mit dieser Diagnose vermutlich nicht abfinden können. Diese Wahnvorstellungen müssen dringend therapiert werden, da sie offensichtlich bereits Oberhand über dein Leben genommen haben. Natürlich gibt es auch eine Angst vor Krankheiten, die nicht unbedingt bedeutet, dass du wirklich Angst vor dem Tod hast. Vielleicht hast du in deiner Familie einen schlimmen Krankheitsverlauf miterlebt und fürchtest dich daher, mit ähnlichen Schmerzen oder unwürdigen Zuständen leben zu müssen. Hier muss klar unterschieden werden. Ärzte können in der Regel auf entsprechende Fragetechniken zurückgreifen, die den kleinen, aber feinen Unterschied herausfiltern können. Öffne dich daher unbedingt deinem Arzt oder Therapeuten, da dir nur so die Ängste genommen werden können.

Was passiert mit meiner Familie, wenn ich sterben muss?

In den vorherigen Kapiteln sind wir nur auf die Patienten eingegangen, die eine persönliche, teils egoistische Angst vor dem Tod entwickelt haben. Es tritt jedoch bei vielen Menschen eine viel weitreichendere Angst vor dem Tod auf. Gemeint ist hiermit, wenn du dich etwa um deine Familie sorgst. Ein Beispiel: Du bist alleinerziehende Mutter (oder alleinerziehender Vater) und trägst eine riesige Verantwortung gegenüber deinem Kind. Während du früher unbeschwert durchs Leben gegangen bist und dich niemals ernsthaft mit der Frage „Was passiert nach dem Tod“ auseinandergesetzt hast, drängen sich in dieser Situation praktisch über Nacht ganz neue Gedanken auf. Du gerätst in einen „Was wäre wenn?“-Teufelskreis. Die Angst vor dem Tod bezieht sich nicht auf dich persönlich, sondern widmet sich vielmehr der Frage, wie es für dein eigen Fleisch und Blut nach deinem Ableben nur weitergehen soll. Natürlich ist es sinnvoll, den eigenen Nachwuchs frühzeitig abzusichern und sich tatsächlich einmal mit sämtlichen Eventualitäten zu befassen. Die Betonung liegt jedoch auf dem Wort „einmal“. Es hilft weder dir noch deinem Kind, wenn du dich grundlos verrückt machst. Niemand weiß, was wirklich passieren wird. Nutze deine Lebenszeit, um die Zukunft deiner Kinder zu sichern. Dieses Vorgehen könnte letztlich auch dir persönlich dabei helfen, deine Angst vor dem Tod in den Griff zu bekommen.

Wie werde ich die Angst vor dem Tod los?

Zunächst solltest du dir darüber bewusst sein, dass jeder Mensch ein Stück weit mit der Angst vor dem Tod zu kämpfen hat. Eine gewisse Unsicherheit bezüglich dem, was uns allen bevorstehen könnte, ist absolut normal und auch angemessen. Sobald du jedoch spürst, dass dir ob deiner düsteren Gedanken die Lebensfreude abhanden kommt, ist es notwendig, das Heft in die Hand zu nehmen. Verschwende deine Zeit nicht mit der Angst vor dem Tod. Dieser ist unvermeidlich, also versuche dein Leben bewusst zu genießen und zu erleben. Der Therapeut wird deine Sorgen nicht komplett wegzaubern können, doch er wird dir dabei helfen können, deine Gedanken in gesunde Bahnen zu lenken. Wichtig ist, dass du dich konkret mit deiner Angst vor dem Tod auseinandersetzt und sie nicht einfach nur beiseite schiebst. Sprich mit Freunden oder mit deiner Familie über deine Sorgen. Du wirst merken, dass auch sie immer mal wieder von einer Unsicherheit in Bezug auf das Thema „Tod“ heimgesucht werden. Du bist also nicht alleine und wirst erkennen, dass es hilft, wenn man sich öffnet. Das Sterben und damit auch die Angst vor dem Tod sind längst kein Tabu-Thema mehr. Bist du grundsätzlich ein gläubiger Mensch? Neben Seelsorgern und Therapeuten kann dir auch dein Glaube weiterhelfen, wenn du die richtigen Schlüsse daraus ziehst.

Lösungsansätze: Gesund leben und realistische Lebensziele setzen!

Ein wichtiger Schritt, um die Angst vor dem Tod in den Griff zu bekommen, ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen, bisherigen Leben. Oftmals steckt hinter der Angst vor dem Tod nämlich die Enttäuschung, sich gewisse Wünsche nicht erfüllt zu haben oder Ziele nicht angegangen zu sein. So lapidar dieser Tipp auch klingen mag: Fertige eine Liste mit kleinen und größeren Träumen an, die bereits Realität geworden sind und die bisher noch nicht umgesetzt werden konnten. Arbeite die Liste in aller Ruhe ab und spreche mit deinen nahestehenden Personen darüber. Versucht gemeinsam, diese Wünsche zu erfüllen und eurem Leben sozusagen einen tieferen Sinn zu geben. Wichtig: Es sollten realistische Ziele sein, da jegliche Utopie eher zu kontraproduktiven Mustern beitragen wird. Wer von einer starken Angst vor dem Tod heimgesucht wird, sollte zudem jede freie Minute nutzen, um sich selbst etwas Gutes zu tun. Stelle beispielsweise deine Ernährung um und treibe Sport. Je gesünder du dich fühlst, desto mehr kannst du die Angst vor dem Tod verdrängen.

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